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Gemüse selber ernten

Du hast deinen Gemüsegarten mit Sorgfalt angelegt, hast dich liebevoll um deine Pflanzen gekümmert und begeistert mitverfolgt, wie sich erst Blüten und dann Früchte gebildet haben. Jetzt möchtest du dein Gemüse selber ernten. Aber Moment mal, woher weißt du eigentlich, wann es soweit ist?

Wann ernte ich das Gemüse?

Bei der Ernte unterscheidet man zwischen Früh- und Spätgemüse, wobei sich der Name am Erntezeitpunkt der jeweiligen Sorte orientiert.

Frühgemüse
  • Wird geschmacklich schlechter, je später du erntest
  • Lagert bei zu langer Reife Bitterstoffe an, die den Geschmack beeinträchtigen
  • z.B. Kohlrabi, Zucchini, Erbsen oder Gurken
Spätgemüse
  • Wird geschmacklich besser, je später du erntest
  • z.B. Wurzelgemüse, wie Möhren und Rettich, oder Kohl

Nach welchen Indikatoren kann ich mich richten?

Farbe

Die Früchte vieler Gemüsesorten (z.B. Paprika, Tomaten) verfärben sich, wenn sie reif sind und nehmen ihre sortenspezifische Farbe an.

Glanz

Ein reflektierenden Glanz, wie ihn z.B. Auberginen annehmen, ist ein Zeichen für reifes Gemüse.

Größe

Wenn dir die Größe der reifen Frucht bekannt ist, kannst du dich beim Erntezeitpunkt auch nach ihr richten. Sei dir bewusst, dass selbst angebautes Gemüse oft kleiner ist, als das, was im Supermarkt angeboten wird.

Welche Tageszeit eignet sich am besten?

Morgens ist das Gemüse knackiger
  • Ernte Gemüse (z.B. Fruchtgemüse oder Zwiebelgemüse), das du lagern möchtest, vormittags
  • Ernte Kräuter vormittags, weil sie in der Mittagshitze Aroma verlieren
  • Vormittags ist das Gemüse praller und knackiger
  • Gemüsepflanzen verlieren besonders an heißen Tagen im Laufe des Tages durch Verdunstung viel Wasser
  • Dadurch sinkt der Turgordruck und das Gemüse wird weich und „schlaff“
Abends ist der Nitratgehalt niedriger
  • Ernte nitratreiches Gemüse, wie Blattgemüse oder Wurzelgemüse abends, nachdem sich Nitrat tagsüber durch Wärme und Licht abgebaut hat
  • Warte mit der Abendernte bis es deutlich abgekühlt ist, sonst welkt das aufgeheizte Erntegut schneller

„Turgor(druck)“: Druck, den der Zellsaft innerhalb einer Pflanzenzelle auf die Zellwand ausübt.

Was muss ich bei der Ernte beachten?

1. Ernte bei trockenem Wetter
  • Feuchtes Gemüse fault schnell
  • Bei nassem Wetter können sich Pflanzkrankheiten leichter ausbreiten
2. Sei behutsam und vorsichtig
  • Vermeide es, Gemüse zu quetschen oder zu beschädigen
  • Verletzte Stellen sind Eintrittspforten für Bakterien und Schimmelsporen
  • Verwende am besten ein Messer oder eine Schere zur Ernte, besonders, wenn sich die Frucht nicht leicht von der Pflanze löst
3. Ernte mehrmals
  • Ernte die äußeren, größeren Blätter von Blattgemüse
  • Lasse das Herz in der Mitte stehen, damit die Pflanze nachwachsen und dir mehrmalige Ernten liefern kann
4. Verwende einen Korb, Karton oder eine Kiste für die Ernte
  • Im Gegensatz zu geschlossenen Gefäßen und Kunststofftüten, kommt im Korb, Karton oder der Kiste ausreichend Luft an das Gemüse
5. Bringe deine Ernte möglichst rasch an einen kühle(re)n Ort
  • Damit das Gemüse nicht an Frische verliert, bringe es rasch nach der Ernte schattig und kühl(er) unter
6. Lasse deine Ernte nachreifen
  • Nachreifen kann Gemüse, das das Reifegas Ethylen ausstößt, wie z.B. Tomaten
  • Licht wird zum Nachreifen nicht benötigt
  • Lasse deine unreifen Früchte in Zeitungspapier oder einer Papiertüte gewickelt bei ca. 20° C und möglichst unter hoher Luftfeuchtigkeit nachreifen
  • Die Verpackung staut Ethylen und beschleunigt die natürliche Nachreife
  • Lege die Früchte so aus, dass sie sich nicht berühren bzw. hänge bei vielen unreifen Früchten ganze Zweige (ohne Blätter) auf
  • Um verschiedene Reifezeitpunkte zu bekommen, können die Früchte in mehreren Temperaturzonen im Haus untergebracht werden

Wie lagere ich meine Ernte richtig?

Lagere deine Ernte, um dich kurz-, mittel- und langfristig mit Lebensmitteln zu versorgen. Achte dabei darauf, die Ernte so zu lagern, dass sie nicht verdirbt. Neben der Lagerung, kannst du deine Ernte auch haltbar machen und sie zu einem späteren Zeitpunkt zu genießen. Alles über Konservierungsmethoden findest du hier.

„Verderb“: Natürlicher Prozess, der durch Mikroorganismen ausgelöst wird und chemische, physikalische und biochemische Veränderungen  zur Folge hat. Auch ein Schädlingsbefall ist eine Form des Lebensmittelverderbs.

Kurzfristige Lagerung

Manches Gemüse lässt sich nicht lange lagern und sollte möglichst bald nach der Ernte verzehrt werden, damit Geschmack, Frische und Vitamine erhalten bleiben.

Lagerung im Kühlschrank

Im Kühlschrank verlangsamt sich der Zellstoffwechsel der Lebensmittel und Mikroorganismen wachsen langsamer. Lagere frisches, leicht welkendes Gemüse bei Temperaturen bis zu 7° C., z.B. im Gemüsefach des Kühlschranks. Schütze das Gemüse in ein feuchtes Tuch gewickelt vor Austrocknung.

Lagerung bei Raumtemperatur

Gemüse, das aus warmen Gebieten kommt, gehört nicht in den Kühlschrank, da es dort Aroma und Geschmack verliert. Breite Gemüse, wie Tomaten, Auberginen, Paprika und Gurken bei Zimmertemperatur (idealerweise um 15° C) auf einer weichen Unterlage aus, damit sie keine Druckstellen bekommen.

Mittelfristige Lagerung

Die mittelfristige Lagerung eignet sich gut, um Gemüse mehrere Monate lang aufzubewahren, ohne dass es an Qualität und Frische verliert.

Lagerung im Gefrierfach oder Gefrierschrank

Durch die niedrige Temperatur im Gefrierfach oder Gefrierschrank wird die Vermehrung der Mikroorganismen verhindert. Je rascher nach der Ernte das Gemüse eingefroren wird, desto mehr Vitamine bleiben erhalten. Gemüse wird so bis zu 1 Jahr haltbar gemacht. Wasserreiches Gemüse, wie Tomaten oder Zwiebeln sollten im verarbeiteten Zustand eingefroren werden, damit sie beim Auftauen nicht matschig werden. Wasche, putze und zerkleinere das Erntegut, das du einfrieren möchtest. Kurzes Blanchieren verhindert, dass sich Farbe und Konsistenz verändern. Außerdem verkürzt das Blanchieren die Kochzeit nach dem Auftauen. Trockne das Gemüse ab, bevor du es luftdicht verpackst. Durch Vakuumieren dringt keine Luft in die Verpackung ein und es bildet sich kein Gefrierbrand. Friere das Gemüse in Portionen ein. 

„Gefrierbrand“: Ausgetrocknete Stellen an gefrorenen Lebensmitteln, die dadurch entstehen, dass Luft an das Gefriergut gelangt. Gefrierbrand bei eingefrorenem Gemüse ist nicht gesundheitsschädlich, wirkt sich jedoch negativ auf Geschmack und Konsistenz aus.

Langfristige Lagerung

Nur ab Herbst geerntetes Gemüse ist für eine längere Lagerung geeignet, da Sommergemüse einen zu hohen Wassergehalt hat.

Vorbereitung:

  • Schneide oder drehe bei Wurzel- und Knollengemüse die Blätter ab, wobei du 2 cm Blattansatz stehen lässt
  • Lasse das Erntegut trocknen
  • Sortiere Gemüse mit Faulstellen und Verletzungen aus
  • Wasche das Erntegut nicht, sondern klopfe die Erde ab, sobald sie abgetrocknet ist
Lagerung im Keller

Ideal für die langfristige Lagerung ist ein dunkler Raum mit 4-8° C Raumtemperatur und 85-90 % Luftfeuchtigkeit. Wichtig ist auch eine gute Belüftung. Achte bei der Lagerung im Regal darauf, dass sich das Erntegut nicht berührt, um Druckstellen zu vermeiden. 

  • Kartoffeln werden in luftdurchlässigen Beuteln aus Jute oder Leinen trocken und dunkel aufbewahrt, um nicht vorzeitig zu keimen und giftiges Solanin auszubilden
  • Wurzelgemüse lässt sich gut in mit Sand gefüllten Kisten lagern
  • Zwiebeln und Knoblauch werden zu Zöpfen geflochten oder in Netzsäcken hängend aufbewahrt, sodass Luft frei zirkulieren kann

Hi, ich bin Lisa von Permapot. Ich baue seit 5 Jahren mein eigenes Gemüse in meinem kleinen Stadtgarten und Balkon an. Mit Permapot möchte ich euch den Einstieg in das urbane Gärtnern einfacher machen!

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